TVO

Timo Roll erlöst den TV Oberkirch

Der verunsicherte TV Oberkirch kämpfte sich zum 26:25-Derbysieg gegen den TuS Helmlingen und sendete damit ein wichtiges Lebenszeichen im Abstiegskampf der Handball-Südbadenliga.

Als der letzte Freiwurf des TuS Helmlingen nach Ablauf der Spielzeit an der Latte landete und der hauchdünne 26:25-Sieg des TV Oberkirch im Derby der Handball-Südbadenliga unter Dach und Fach war, stürme TVO-Trainer Daniel Kempf auf das Feld und herzte seinen Matchwinner. Der 38-jährige Timo Roll hatte acht Sekunden vor Schluss den erlösenden Treffer für die Renchtäler erzielt, die sich damit im Abstiegskampf zurückmeldeten und mit neuer Hoffnung in die Weihnachtspause gehen.
Der Sieg tut uns natürlich gut. Es war nicht unser bestes Spiel, das ist aber nicht verwunderlich, weil uns einfach das Selbstvertrauen fehlt. Heute haben wir uns zum Sieg gekämpft, in dem wir leidenschaftlich verteidigt haben“, erklärte der Coach am Freitagabend und freute sich auf die Weihnachtsfeier tags danach: ,,Jetzt haben wir da wenigstens ein bisschen was zu feiern.“
Auch Roll war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Der Routinier wurde 59 Minuten lang von den Gästen fast komplett abgemeldet. Als bei der letzten Aktion das Zeitspiel drohte, tankte er sich aber über rechts an drei Helmlingern vorbei und traf ins kurze Eck zu seinem einigen Tor aus dem Spiel heraus. ,,Es war ein schwieriges Spiel für mich, aber das ist letztlich egal. Diesen Sieg hatten wir so bitter nötig“, weiß der zweifache Familienvater, der von Kempf aber ausdrücklich gelobt wurde. ,,Timo macht seine Sache richtig gut, auch was schnelle Bälle von hinten raus und Anspiele in der zweiten Phase betrifft. Das war auch heute der Fall“, erklärte Kempf.

Kuriose erste Viertelstunde

Bis zur dramatischen Schlussphase sahen die Derby-Zuschauer in der Oberdorfhalle kein Spiel auf hohem Niveau. Vor allem die Anfangsphase verlief kurios. Der TVO startete nach drei Niederlagen in Serie nervös, fand offensiv keine Lösungen und scheiterte mehrfach am jungen TuS-Keeper Marcel Seiler, der in er ersten Hälfte Routinier Nebosja Nikolic vertrat. Nach acht Minuten stand ein frustrierendes 0:6 auf der Anzeigetafel. ,,Der Kopf ist manchmal einfach ein Schwein. Aber wir haben uns dann daran erinnert, dass wir eigentlich nichts zu verlieren haben“, so Kempf.
Die nächsten sieben Minuten verliefen kann exakt spiegelverkehrt. Der TVO zwang Helmlingen zu schlechten Würfen, Marc Wachsmann zeigte einige schöne Paraden und vorne wurden die Chancen genutzt zum 6:6 (15.). Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Oberkirch kam vor allem über Rechtsaußen Dennis Roll zu regelmäßigen Treffern, während es die Torgaranten Samuel Siefermann und Timo Roll in den ersten 30 Minuten zusammen nur auf ein Tor brachten. Die nur mit acht Feldspielern angetretenen Helmlinger waren nun aber ebenfalls auf der Höhe und es ging mit einem 14:14 in die Halbzeit. ,,Nach dem schnellen 6:0 hätten wir zumindest mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Aber so abgezockt sind wir leider noch nicht“, bedauerte TuS-Trainer Thomas Schuppan.

Spannender Schlussakt

In der zweiten Hälfte lagen die Gastgeber meistens mit einem oder zwei Toren vorne, verschenkten bei mehreren Tempogegenstöße durch ungenaue Zuspiele oder schlechte Würfe aber die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden. In der 56. Minute glich Antoine Lauffenburger für Helmlingen zum 25:25 und der hochspannende Schlussakt war eingeläutet.
Oberkirchs Stefan Kofler scheiterte mit einem freien Wurf vom Kreis an Nikolic, auf der anderen Seite landete der Versuch von Jan Parpart über Linksaußen neben dem Tor. Danach leisteten sich beide Teams identische technische Fehler, sodass der Ball eine Minute vor Schluss wieder in den Händen der Oberkircher landete. Die Grün-Schwarzen spielten den Angriff lange aus und der letzte mögliche Pass landete bei Timo Roll, der das umjubelte 26:25 erzielte. Eine letzte Chance bekam der TuS noch, aber Lauffenburger setzte den Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit an die Latte.

Siefermann verletzt

,,Die Niederlage ist natürlich sehr unglücklich, weil wir eine Minute vor Schluss den Ball herschenken, wo wir die Möglichkeit haben in Führung zu gehen. Insgesamt waren die Oberkircher in der Abwehr einen Tick aggressiver. Wir haben nicht das Level erreicht, was wir können“, fasste Schuppan zusammen, während Kempf erleichtert war, ,,dass wir diesmal auch das nötige Glück auf unserer Seite hatten.“ Allerdings nimmt der Coach auch Sorgen mit in die kurze Weihnachtspause, denn Samuel Siefermann knickte zwei Minuten vor Schluss um und humpelte vom Feld. ,,Da müssen wir abwarten. Wenn er ausfällt, wäre das natürlich gar nicht gut für uns“, ist dem Coach bewusst.
Für die Renchtäler geht es bereits am 7. Januar mit der Partie beim BSV Phönix Sinzheim weiter. Eine Woche später startet der TuS ins neue Jahr – ebenfalls in Sinzheim.

TV Oberkirch – TuS Helmlingen 26:25 (14:14)
Oberkirch: Wachsmann, Mi. Huschle; Siefermann 4, F. Brandstetter 5, D. Roll 8, Gross 1, Walz, Trayer, Kofler 5, Schmidt, T. Roll 2/1, A. Brandstetter 1, Mi. Huschle.
Helmlingen: Seiler, Nikolic; Parpart 1, Hirtz 4, L. Schmitt 1, J. Schmitt 2, J. Meyer 6/3, M. Meyer 2, Lauffenburger 7/1, Strübel 2

Quelle: Mittelbadische Presse, Autor: Marcus Hug

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