TVO

Tiefschlag für den TV Oberkirch

Die 29:32-Heimniederlage gegen den TV Herbolzheim am Samstagabend war ein echter Tiefschlag für den TV Oberkirch. Die Renchtäler verspielten dabei eine zwischenzeitliche Sechs-Tore-Führung und stehen mit jetzt 6:18 Punkten weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Das rettende Ufer droht schon vor Weihnachten außer Sichtweite zu geraten, wenn im letzten Spiel des Jahres am Freitagabend (20 Uhr) in der Oberdorfhalle kein Derby-Sieg gegen den TuS Helmlingen gelingt.
,,Es ist gefühlt jede Woche dasselbe Spiel. Wir zeigen über 45, 50 Minuten eine gute Leistung, aber wenn der Kuchen verteilt wird, sind wir nicht da“, beklagt TVO-Trainer Daniel Kempf und wagt einen Blick in die Köpfe seiner Spieler: ,,Inzwischen ist das auch eine psychologische Geschichte. Uns fehlt die Gewinnermentalität.“
Dabei sah am Samstag alles so gut aus. Der TV Oberkirch kam glänzend ins Spiel, während die Gäste aus dem Breisgau, die ohne Liga-Toptorjäger Oliver Bührer auskommen mussten, in der Anfangsphase mehrfach mit freien Würfen an Marc Wachsmann scheiterten. So konnte sich der TVO bis zur achten Minute auf 7:1 absetzen. Auch von einer ersten kurzen Schwächephase, als Herbolzheim bis auf 8:7 verkürzte (15.), ließen sich die Gastgeber nicht aus dem Konzept bringen. Immer wieder wurde Kreisläufer Stefan Kofler gut ins Spiel gebracht, der allein in der ersten Hälfte neun Treffer erzielte. Zudem erwies sich Routinier Timo Roll als treffsicher, vor allem von der Siebenmeterlinie. In der 22. Minute traf Kofler zum 15:11 und nach Rolls Tor zum 20:15 ging es in die Halbzeitpause.

Einbruch in der Schlussphase

Auch nach dem Wechsel deutete zunächst nichts auf eine Wende hin. Beim 22:16 durch Max Schmidt (34.) betrug der Vorsprung wieder sechs Tore. Danach kam Herbolzheim zwar etwas näher, aber das Oberkircher Spiel machte weiter einen stabilen Eindruck bis zum 26:23 (47.) und 28:26 (51.).
Nach einer Auszeit der Gäste verloren die Renchtäler dann aber unerklärlicherweise komplett den Faden. Plötzlich schlichen sich wieder leichte Fehler ein, in der Offensive ließ man sich zu unüberlegten Aktionen hinreißen, die Abschlüsse waren nicht mehr konsequent. Beim 28:28 (55.) glich Herbolzheim zum ersten Mal seit dem 1:1 aus und als dann auch noch Timo Roll einen Siebenmeter nicht verwandeln konnte, war es um die Oberkircher Geschehen. Den letzten TVO-Treffer erzielte Lukas Walz zum 29:29 (57.), danach machten Sascha God (2) und Patrick Hoch den Auswärtssieg perfekt.
,,Wir sind die bessere Mannschaft, bringen es aber nicht über die Zeit. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison“, ärgert sich Kempf und weiß: ,,Wenn man die Leistung nicht über 60 Minuten abrufen kann, dann ist man nicht gut genug um zu gewinnen.“ Der bittere Nebeneffekt: Statt den Rückstand auf Herbolzheim in der Tabelle auf zwei Punkte zu verkürzen, ist der Gegner jetzt auf sechs Zähler davongezogen. ,,Wir sind nicht blauäugig und wissen um unsere Situation“, sagt Kempf, ,,aber wir stecken den Kopf nicht in den Sand, sonst bräuchten wir nicht mehr anzutreten. Nächste Woche gegen Helmlingen geht es weiter und da wollen wir es besser machen.“

TV Oberkirch – TV Herbolzheim 29:32 (20:15)
Oberkirch: Wachsmann, Nebel; Siefermann 5, F. Brandstetter 1, D. Roll, Gross, Walz 1, Trayer, Huschle, Kofler 10, Schmidt 3, T. Roll 9/5
Herbolzheim: Kunzer, Zander; Willmann 4, Schmieder 5, Fees, Birkle, Ohnemus, God 6, Guth, Weiss 7/3, T. Hoch 3, Leufke, P. Hoch 7

Quelle: Mittelbadische Presse, Autor: Marcus Hug

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