TVO

Ein Favorit, sieben Verfolger

Der verlustpunktfreie TuS Altenheim geht als Gejagter in die Aufstiegsrunde der Handball-Südbadenliga und hat vor allem dem TuS Helmlingen im Nacken. Beim TV Oberkirch ist die Lage entspannt.

Allen Corona-Einschränkungen und positiven Tests zum Trotz hat die Handball-Südbadenliga ihre Vorrunde ins Ziel gerettet. Die acht Vereine, die sich für die Aufstiegsrunde qualifiziert haben, können erleichtert auf- und erstmal durchatmen, bevor sie ab dem 5. März ihren Meister und einzigen Oberliga-Aufsteiger ermitteln. Die Ausgangslage ist klar: Es gibt einen haushohen Favoriten und sieben Verfolger, für die alles was noch kommt ein Bonus ist.
Der TuS Altenheim hat trotz personeller Ausfälle von Leistungsträgern wie Jan Meinlschmidt und Luca Barbon (beide Kreuzbandriss) alle Hürden gemeistert und startet mit 12:0 Punkten in die Finalrunde. ,,Wir sind jetzt die Gejagten“, ist sich Trainer Stefan Bayer bewusst und will nicht zu weit vorausblicken: ,,Wir schauen einfach von Spiel zu Spiel. Damit sind wir bisher gut gefahren.“

Junge Helmlinger trumpfen auf

Der TuS-Coach tut sich schwer mit einer Einschätzung, wer den der härteste Verfolger sein wird. Rein von der Ausgangsposition her ist das der TuS Helmlingen, der 9:3 Punkte mitbringt und nach zwei Heimniederlagen zum Saisonauftakt immer besser in die Gänge gekommen ist. ,,Wir sind voll zufrieden und hätten nicht erwartet, dass es so gut läuft“, fasst Helmlingens Trainer Thomas Schuppan den bisherigen Saisonverlauf zusammen. Auch zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle konnte seine Mannschaft immer wieder gut kompensieren. ,,Wir haben eine richtig gute Breite an jungen Spielern, die man teilweise gar nicht auf der Rechnung hatte und ihre Sache dann richtig gut gemacht haben“, so der Coach, der die TuS-Talente auch in der Vorsaison in der A-Jugend-Bundesliga als Trainer begleitete.

Echtes Endspiel möglich

Eine Kampfansage in Richtung Altenheim kam ihm aber nicht über die Lippen. ,,Die Altenheimer werden für alle Teams nur schwer zu schlagen sein. Wer da noch rankommen will, darf nichts mehr liegen lassen“, glaubt Schuppan, sieht aber ,,für uns eigentlich nur ein Ziel, und das ist nach oben anzugreifen. Das können wir jetzt ganz befreit angehen. Der Spielplan könnte dem TuS dabei durchaus entgegenkommen, denn nach dem Auftakt-Derby in Oberkirch am 5. März haben die Helmlinger drei Heimspiele, unter anderem am 26. März gegen Altenheim, wo man dann am 7. Mai das letzte Saisonspiel bestreitet. ,,Wenn wir dann auf zwei Punkte dran wären, dann könnte das mit ein paar Corona-Lockerungen ein richtig brennender Kessel werden“, träumt Schuppan.

Die Personallage sollte sich rechtzeitig zum Aufstiegsrunden-Auftakt entspannen. Zwar wird Haris Avdovic (Fersenentzündung) in dieser Runde nicht mehr zur Verfügung stehen und auch Mike Reichenberger fehlt wohl noch einige Wochen, aber Marc Müller steigt wieder ins Training ein und auch Julian Lasch sollte bald wieder zur Verfügung stehen. Ähnlich sieht es bei Jonas Meyer, Max Hirtz und Julian Autenrieth aus, die zuletzt pausieren mussten.

Saisonziel erreicht

Realistische Chancen, nochmal ganz oben anzugreifen, dürfte neben Helmlingen nur die SG Muggensturm/Kuppenheim (7:5 Punkte) haben. Die HU Freiburg (5:7), SG Kappelwindeck/Steinbach, der BSV Sinzheim, TV Herholzheim (alle 4:8) und TV Oberkirch (3:9) sind wohl zu weit weg. Gerade bei den Renchtälern gibt es aber alles andere als hängende Köpfe wegen dieser Ausgangslage. ,,Wir wollten auf keinen Fall in der Abstiegsrunde landen. Das haben wir geschafft und damit unser Saisonziel erreicht. Jetzt wartet noch acht schöne und spannende Aufgaben auf uns“, freut sich Oberkirchs Handball-Abteilungsleiter Frank Brandstetter.

Nach oben arbeiten


Den Start von Position acht aus sieht er dabei durchaus als eine Herausforderung, die man gerne annimmt. ,,Wir legen großen Wert auf die Entwicklung der Mannschaft. Die war im bisherigen Saisonverlauf äußerst positiv und jetzt können wir weiter Dinge ausprobieren, was vielleicht in der Abstiegsrunde so nicht möglich gewesen wäre“, so Brandstetter, der keine konkrete Platzierung als weiteres Ziel ausgeben will: ,,Natürlich möchten wir uns noch ein bisschen nach oben arbeiten in der Tabelle und da sehe ich durch die direkten Vergleiche auch gute Möglichkeiten.“
Zudem hat der TVO bereits wichtige Planungssicherheit, da man auch in der kommenden Saison definitiv Südbadenligist sein wird. Trainer Daniel Kempf hat bereits für eine weitere Spielzeit zugesagt, auch im Kader gibt es ,,maximal noch ein, zwei Fragezeichen“, so Brandstetter. Dadurch hat man im Renchtal genau die Kontinuität, auf die der Verein großen Wert legt. ,,Das macht uns aus und die Mannschaft beweist ja Woche für Woche auf dem Feld, dass das der richtige Weg ist“, zeigt sich der Abteilungsleiter zufrieden.

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