TVO

Daniel Kempf rüttelt den TV Oberkirch wach

Nach einer unkonzentrierten ersten Hälfte mit einem 14:17-Rückstand schlägt der Südbadenligist aus dem Renchtal die SG Köndringen/Teningen II noch deutlich mit 33:27.

Pflichtsieg eingefahren und die Lauerstellung mit Blick auf die Aufstiegsrunde der Handball-Südbadenliga gewahrt: Der TV Oberkirch bezwang am Samstagabend die Reserve der SG Köndringen/Teningen mit 33:27. Es war ganz schön was los in der Oberdorfhalle – vor allem während der Pause in der Kabine des TVO.

Der 14:17-Rückstand und die unkonzentrierte Spielweise, die dazu geführt hatte, brachten den Trainer in Rage und ließen seine kurz geschnittenen Haare zu Berge stehen, „Wir haben offen gesprochen miteinander“, umschrieb Daniel Kempf das, was ein mittelschwerer Temperamentsausbruch war. „Das ist gar nicht meine Art und das wissen die Spieler auch“, sagte der Ex-Bundesligaspieler, der aber offensichtlich den richtigen Ton getroffen hatte. Denn zur zweiten Halbzeit kam sein TV Oberkirch wie ausgewechselt aus der Kabine.
Was auch bitter nötig war. Denn die Renchtäler waren wieder in ihre alte Schwäche verfallen: Schlafmützigkeit und schlecht in die Gänge kommen. „Mit Ausnahme des Spiels in Herbolzheim, ist das unser ständiges Problem“, monierte Kempf, „wir finden nicht den Fokus, kommen nicht in die Zweikämpfe, laufen nicht gut zurück. Es ist dann von allem ein Tick zu wenig.“

Das führte dazu, dass der TV Oberkirch nach dem 3:3 (8.) systematisch ins Hintertreffen geriet. 4:7 (13.) und 7:10 (20.) waren die entsprechenden Zwischenstände. Beim 10:11, 11:12 und 13:14 war der TVO zwar immer wieder dran, aber dann wurde es deutlich: Über 13:16 gerieten die Renchtäler zur Pause mit 14:17 in Rückstand. Dann herrschte Alarm in der Kabine.

Kempf rüttelte sein Team ordentlich wach – und nach dem Seitenwechsel ging die Post ab. Zwar kassierte der TVO noch das 14:18, doch dann begann das Team um den neunfachen Torschützen Samuel Siefermann, richtig Handball zu spielen und das Feld von hinten aufzurollen.

„Ich habe an die Eigenverantwortung appelliert“, sagte Kempf, „jeder soll mitdenken.“ Das funktionierte dann wie am Schnürchen. Hinten stand die Abwehr besser, es wurde aggressiver zugepackt und vorne kamen die Angriffe ins Laufen. „Köndringen/Teningen hat offensiv gedeckt, da mussten wir in Bewegung sein“, nannte Kempf das Erfolgsrezept.

Mit einem 6:2-Lauf ging Oberkirch in der 39. Minute beim 20:19 erstmals in Führung. Bis zum 22:22 (43.) war es noch ein Hin und Her, dann setzten sich die Renchtäler über 26:22 und 28:24 ab und bauten ihren Vorsprung bis zum 33:27-Endstand aus.

Ein Sonderlob vom Trainer erhielt der wegen eines Kreuzbandrisses lange verletzte Felix Brandstaetter, der nach 22 Minuten eingewechselt wurde und noch vier Treffer erzielte. Auch Torhüter Marc Wachsmann gehörte mit wichtigen gehaltenen Bällen zu den Sieggaranten.

TV Oberkirch – SG Köndringen/Teningen II 33:27

Oberkirch: Wachsmann, Nebel; Siefermann 9, Brandstaetter 4, Dennis Roll, Gross, Faltien, Ücker, Schlenk 3, Mössner, Kofler 3, Barberic 5, Schmidt 2, Timo Roll 7/3.
Köndringen/Teningen: R. Bühler, Kiefer; Ehrler 4, Böhle, Kaufmann 4, Hefter 8/6, Hörsch, Botes, Rieß 1/1, Keune, A. Bühler, Hofmann 3, Emmendecker 3, Ammel 4.
Schiedsrichter: Ullrich/Schäfer (Kappelwindeck/Steinbach/Sinzheim)

Von Thomas Kastler.

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